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EU HTAÖsterreich macht Kompromissvorschlag zur einheitlichen Nutzenbewertung (EU-HTA).

Nachdem der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments dem ursprünglichen Entwurf der Kommission (Pharma-Brief 3/2018, S. 1) für eine einheitliche europäische Nutzenbewertung schon die meisten Giftzähne gezogen hatte (Pharma-Brief 7/2018, S. 6), stimmte das Parlament am 3. Oktober dem Gesetzentwurf mit wenigen Änderungen zu. Beschlüsse sollen nun mit einer qualifizierten Mehrheit getroffen werden: 55% der Mitgliedsstaaten und mindestens 65% der EU-Bevölkerung muss durch die zustimmenden Staaten repräsentiert sein. Eine gute Regelung wurde etwas aufgeweicht: Zwar soll nach wie vor mindestens eine vergleichende Studie vorgelegt werden, die den neuen Wirkstoff mit der besten bekannten Therapie vergleicht und dabei patientenrelevante Endpunkte wie Sterblichkeit und Krankheitsverlauf misst, aber einschränkend wurde eingefügt, dass das nur dann verlangt werden kann, „sofern dies praktisch umsetzbar und ethisch vertretbar ist“.
Als kritisch gilt auch eine bereits vom Gesundheitsausschuss formulierte Regelung zur Transparenz. Dort heißt es: „Veröffentlichte Daten mit den Ergebnissen gemeinsamer wissenschaftlicher Konsultationen müssen ferner auf anonymisierte Weise präsentiert werden, wobei alle sensiblen Geschäftsdaten unkenntlich zu machen sind.“ Nach bisherigen Erfahrungen mit der Europäischen Zulassungsbehörde EMA lässt eine solche Formulierung befürchten, dass auch relevante Ergebnisse von klinischen Studien geschwärzt werden könnten.
Streitpunkt zwischen Parlament und Mitgliedsstaaten bleiben zusätzliche nationale Nutzenbewertungen, die zwar prinzipiell durch die vom Parlament beschlossene Fassung ermöglicht werden (Artikel 8), aber die Bedingungen dafür bleiben unklar formuliert. Außerdem gibt es quasi einem Genehmigungsvorbehalt für diese zusätzlichen Bewertungen (Artikel 34).
Die österreichische Ratspräsidentschaft versucht zu vermitteln. So wird vorgeschlagen, dass Mitgliedsstaaten zusätzliche Bewertungsschritte durchführen können und zusätzliche Analysen zu Aspekten gemacht werden können, die von der EU-Bewertung nicht abgedeckt werden. Auch die Auswertung zusätzlicher Studien sei möglich. Vor allem aber soll der Artikel 34 gestrichen werden, also die EU keine Möglichkeit haben, zu den zusätzlichen Bewertung den Daumen zu heben oder zu senken.1
Das deutsche Bundesgesundheitsministerium hält es für unwahrscheinlich, dass die Regeln zum EU-HTA noch vor der Wahl zum neuen EU-Parlament im Mai nächsten Jahres verabschiedet werden können. Ende diesen Monats treffen sich die Gesundheitsminister wieder, um über den österreichischen Vorschlag zu diskutieren.


1Wheaton S (2018) Austrian Council presidency floats HTA compromise. Politico 22 Oct.


Medikamente PackungenAm 27.9. findet das dritte High-Level Meeting der UN zur Verhinderung nichtübertragbarer Krankheiten (NCDs) in New York statt. Menschen in ärmeren Ländern haben im Alter zwischen 30 und 70 Jahren die höchste Sterblichkeit an NCDs. Viele dieser Todesfälle ließen sich durch Prävention und bessere Behandlung vermeiden. Die WHO nennt als wichtiges Hindernis für Verbesserungen die Rolle der Alkohol-, Tabak- Lebensmittelindustrie und fordert den ungehinderten Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln.[i] Dass in dem Vorbereitungsprozess des Gipfels die Allianz der zehn größten Nahrungsmittel- und Getränkehersteller, der internationale Verband von Big Pharma (IFPMA) und die ebenfalls mit Herstellerinteressen belastetete NCD Commission eine prominente Rolle spielten, stieß auf scharfe Kritik von NGOs, darunter auch der Pharma-Kampagne. Sie fordern, für die Weiterarbeit scharfe Regeln zu Interessenkonflikten aufzustellen.

Quelle: http://apps.who.int/gb/ebwha/pdf_files/WHA71/A71_14-en.pdf

Download: Offener Brief an die Verantwortlichen der UN [pdf/490kB]


IMG 20180905 100914Beteiligung an globaler Gesundheitsstrategie

Bis Ende 2019 will die Bundesregierung eine Strategie zu globaler Gesundheit entwickeln. Der Prozess dahin ist von bislang ungewohnter Beteiligung und Transparenz geprägt. Auf einer Austauschveranstaltung am 5.9.2018 konnten die nichtstaatlichen Akteure ihre Positionen vorstellen.

Bereits in ihrer Koalitionsvereinbarung hatten die Regierungsparteien betont, dass Deutschland eine aktive und konstruktive Rolle in der internationalen Gesundheitspolitik spielen solle. Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich das Entwicklungsziel Gesundheit (Ziel 3 der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen) auf die Fahne geschrieben. Gemeinsam mit dem Präsidenten Ghanas, Nana Addo Dankwa Akufo-Addo, und der norwegischen Ministerpräsidentin Erna Solberg schrieb sie im April an Tedros Adhanom Ghebreyesus, den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die drei StaatschefInnen mahnten in ihrem Brief verstärkte Anstrengungen für das Entwicklungsziel Gesundheit. Sie forderten die WHO auf, bei der Umsetzung eine Führungsrolle zu übernehmen und gemeinsam mit anderen UN-Organisationen einen konkreten Aktionsplan zu entwickeln.


Wir berichteten wiederholt über die Diskussion um den Gesetzesvorschlag der EU-Kommission zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln (HTA).1,2 Am vergangenen Donnerstag gab es eine wichtige Zwischenentscheidung. Wesentliche Kritik der Pharma-Kampagne und vieler anderer wurde aufgegriffen.

Medikamente EvaluationJetzt liegen auch die konsentierten Kompromissvorschläge des federführenden Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittel (ENVI) des EU-Parlaments vor.3 Gegenüber dem Kommissionsvorschlag gibt es einige deutliche Verbesserungen. Wichtig ist, dass die HTA-Bewertung nicht mehr parallel mit dem Zulassungsprozess durchgeführt werden soll, sondern im Anschluss. Die Berichterstatterin des ENVI-Ausschusses, Soledad Cabezón Ruiz, betonte, dass eine schnelle Marktverfügbarkeit nicht das erste Kriterium sein könne: „Für uns ist es sehr wichtig, dass die Qualität im Vordergrund steht, […] nicht die Geschwindigkeit“.4 Deshalb wurde der Anspruch, dass die Bewertung des Nutzens zum Zeitpunkt der Zulassungsentscheidung abgeschlossen sein soll, gekippt.
Beschlüsse über die Bewertung eines Arzneimittels oder Medizinprodukts sollen im Streitfalle nur mit einer 2/3 Mehrheit der Mitgliedsstaaten verabschiedet werden können. Vorgesehen war eine einfache Mehrheit.


Aufbau des Straßentheaters vor dem Hambacher WaldUnser Straßentheater Schluck & weg machte am Mittwoch (12.09.) Station am Hambacher Forst und gab spontan eine Vorstellung ihres Stücks zum Thema Klimawandel und Gesundheit. Denn der Hambacher Forst wird momentan zum zentralen Symbol der Auseinandersetzung um den Kohleausstieg und den Stopp des Braunkohletagebaus.
Davina Dietrich, Akteurin des Straßentheaters schreibt dazu in ihrem Blog: "Wir wollten diesen Menschen hier, die den Wald schon seit Jahren besetzen, sagen: Ihr seid nicht allein im Kampf gegen den Klimawandel!" Die Wald-BesetzerInnen zeigten der Gruppe nach der Aufführung den Wald und ihre Baumhäuser.

Seit gestern (13.09.) hat die Polizei mit der Räumung des Waldes begonnen. Heute fielen bereits die ersten Bäume, weil die Polizei zur Räumung eine Schneise in den Wald schlägt (Quelle: WDR).

Hier können Sie die Petition "Retten statt roden" unterzeichnen.


Binguel BRiskante Manoever Cover(3.5.2018) Ein Pharmakonzern hat ein Problem. Sein neues Schmerzmittel für Kinder scheint schwere unerwünschte Wirkungen zu haben. Der PR-Agent Mats Holm wird engagiert, um den Schaden für die Firma zu begrenzen.

So steigt der WDR-Journalist Birand Bingül in seinen Erstlingskrimi „Riskante Manöver“ ein. Daraus entwickelt sich eine Geschichte, die zu jedem Krimi gehört: Verwicklungen, falsche Fährten, und etwas gewalttätig geht es natürlich auch zu.

Der Autor schafft es, mit seiner fiktiven Handlung einen glaubwürdigen Einblick in das Denken und Handeln der Pharmabosse zu geben. Ganz nebenbei bekommen die LeserInnen auch noch etliche Fakten und Zusammenhänge über die dunklen Seiten der Branche serviert, die – leider – den Tatsachen entsprechen. Auch wenn der Autor zu Recht betont, „alle in diesem Roman geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden“, so ähnlich könnte eine Krise in der Pharma-Industrie ablaufen. Vermutlich etwas unblutiger, aber die Abwehrstrategien sind aus real existierenden Fällen durchaus bekannt. Schließlich hat der Autor bei seinen Recherchen für den Roman auch mit der BUKO Pharma-Kampagne und anderen Kennern der Szene gesprochen. 

Bingül B (2018) Riskante Manöver. Ein Fall für Mats Holm. München: btb. 446 S., 10 €


CC.GPSLeo Ende Gelnder November 2017 Police in front of a digger(7.4.2018) Es ist an der Zeit, Gesundheit klar vor Profitinteressen zu stellen! Wir lehnen eine Wirtschaft und Politik ab, die Krankheit verursacht und billigend in Kauf nimmt.
Zum Weltgesundheitstag appelliert die Pharma-Kampagne darum an die Bundesregierung, alles Notwendige für einen schnellen und sozialverträglichen Kohleausstieg zu tun. Denn die Gesundheit der BürgerInnen muss oberste Priorität haben - und auch der globalen Verantwortung sollte Deutschland Rechnung tragen.

Die Pharma-Kampagne unterstützt mit ihrer Forderung die Ziele der AG Klimawandel und Gesundheit/Kritische MedizinerInnen Deutschland und auch der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit. Dieses neue Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen aus dem Gesundheitsbereich will Klimawandel als wichtiges Gesundheitsthema etablieren und politische und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen.

Foto: Ende Gelände


GriechischeFlagge Wladyslaw Sojka cc(5.3.2018) Der Schweizer Pharmakonzern Novartis soll griechische ÄrztInnen, BeamtInnen und SpitzenpolitikerInnen über Jahre hinweg bestochen haben, um sich eine führende Position auf dem griechischen Arzneimittelmarkt aufzubauen und sich hohe Arzneimittelpreise zu sichern. Premierminister Alexis Tsipras forderte Schadenersatz in Milliardenhöhe und sagte: „Die Regierung wird ihre Forderung nach den Geldern nicht aufgeben, die Novartis dem griechischen Volk geraubt hat. Das griechische Parlament hat jetzt eine Untersuchung eingeleitet. Von 2006 bis 2015 sollen die Taktiken des Pharmakonzerns in der öffentlichen Gesundheitsversorgung über 4 Milliarden Euro zusätzliche Kosten verursacht haben. Mindestens zehn politische EntscheidungsträgerInnen sollen Schmiergelder angenommen haben, damit Novartis überteuerte Preise für seine Produkte fordern konnte, obwohl günstige Generika zur Verfügung standen.

Foto: Wladyslaw Sojka, cc


GBA PB 2017 10(13.12.2017) Eher unbemerkt von der Öffentlichkeit ist in den letzten Jahren eine Gesprächsschiene zwischen Pharmafirmen, Zulassungsbehörden und Erstattungsagenturen entstanden. Wer profitiert von der Diskussion über die Ziele von klinischen Studien?

Außerdem:
USA - Goldgrube Altpräparate
Niederlande: Diskussion über bezahlbare Medikamente
Soziale Ungerechtigkeit - Bessere Gesundheitsversorgung alleine reicht nicht
Krebsmafia - Astronomische Preise für Krebsmedikamente
Download: Pharma-Brief 10/2017 [PDF/747kB]
Foto: ©, J.Schaaber


Cover PBS 2017 2

(22.11.2017) Vor 40 Jahren veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die erste Modellliste unentbehrlicher Arzneimittel. Ärmere Länder hatten die Unterstützung der WHO bei der Auswahl sinnvoller Präparate schon länger gefordert und teils schon selbst nationale Listen eingeführt. Die WHO-Liste löste bei Big Pharma einen Sturm der Empörung aus, seien doch alle Medikamente gleichermaßen für die Behandlung geeignet.

 

Download: Pharma-Brief Spezial 2/2017 Weniger Medikamente - bessere Behandlung [PDF]


(24.8.2017) Seit mehr als 30 Jahren sind kaum neue antibiotische Wirkstoffe entwickelt worden. Die Pharmaindustrie zeigt wenig Interesse an der Antibiotika-Forschung. Diese ist nicht lukrativ, denn neue Antibiotika sollen nur so selten wie möglich verordnet werden. Ein globaler Forschungsfonds kann Abhilfe schaffen.

Er sorgt dafür, dass erfolgversprechende Forschungsprojekte gezielt unterstützt werden und neue Antibiotika ohne Patente und somit kostengünstig hergestellt werden können. Mehr dazu

Zum Erklärvideo: "Antibiotika-Forschung ankurbeln"


Versorgungslücken weltweit und auch in Deutschland

Tony WebsterMinnesota AIDS Project Twin Cities Pride Parade 9180874836Auch wenn sich der Zugang zu antiretroviralen Medikamenten weltweit stark verbessert hat – Stigmatisierung, Kriminalisierung und auch hohe Medikamentenpreise schließen immer noch viele Menschen von Prävention, Diagnose und Behandlung aus. Eine neue Broschüre von BUKO Pharma-Kampagne und Aktionsbündnis gegen Aids (AgA) analysiert den Status Quo der globalen Bemühungen gegen HIV/Aids und beleuchtet diese Probleme.

UNAIDS verzeichnet weiterhin Rekordzahlen bei den Behandlungsraten und Erfolge bei der Verringerung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV. Auch im Bereich Vorsorge hat sich Einiges getan: So stehen z.B. neue Therapien zur Verfügung, um stark gefährdete Menschen aus Schlüsselgruppen vor einer Ansteckung zu schützen.
Trotzdem bleibt noch viel zu tun, denn von den fast 38 Millionen Menschen mit HIV weltweit erhalten nur etwas mehr als 24 Millionen eine entsprechende Behandlung (Stand Juni 2019). Und eine der größten Herausforderungen ist seit Dekaden unverändert geblieben: HIV betrifft nach wie vor überdurchschnittlich viele Menschen in Bevölkerungsgruppen, die stark marginalisiert und diskriminiert werden1. Menschen in Haft, Sex-ArbeiterInnen, NutzerInnen intravenös injizierter Drogen, Transgender, sowie Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) werden weiterhin von Präventions- und Therapieangeboten nur ungenügend erreicht. „Millionen Menschen warten immer noch darauf, dass ihrem Recht auf Gesundheit mit Solidarität und Engagement begegnet wird.“, resümiert Max Klein von der BUKO Pharma-Kampagne.
Die neue, 36-seitige Broschüre „HIV/Aids global – Was zu tun bleibt“ nimmt diese Situation näher in den Blick. Die AutorInnen beleuchten aktuelle Trends, zeigen alte und neue Probleme bei Aufklärung, Prävention und Behandlung auf und analysieren den Status Quo in der Arbeit gegen die Erkrankung. Stimmen aus Deutschland kommen dabei ebenso zu Wort wie ExpertInnen und AktivistInnen aus dem globalen Süden. Sie machen auch deutlich, wo es positive Entwicklungen und sinnvolle Handlungsansätze gibt, um bis 2030 ein Ende von Aids zu erreichen, wie es die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen fordern.
Probleme bereiten z. B. die schwindende Finanzierung für Gesundheitsprogramme im Bereich HIV/Aids und die hohen Preise für neuere Therapien. Vor allem aber begünstigen Ausgrenzung und Stigmatisierung massiv die Ausbreitung des Virus – das belegen etwa steigende Infektionszahlen in Teilen Osteuropas und Zentralasiens. Doch auch in Deutschland tun sich weiterhin Lücken bei der Prävention und Versorgung auf – etwa bei Menschen in Haft. Benachteiligungen im Alltag sind weltweit für viele Betroffene eine regelmäßige Erfahrung – etwa am Arbeitsplatz, bei der Berufsausbildung oder beim Arztbesuch. Aufklärung und Sensibilisierung sind also hierzulande ebenso weiterhin gefragt.
Nicht zuletzt erweist sich das Erstarken populistischer und nationalistischer Strömungen als gravierendes Problem für PatientInnen und NGOs. In vielen Ländern tragen zivilgesellschaftliche Organisationen eine Hauptlast in den Bemühungen gegen HIV/Aids. Doch die Handlungsspielräume dieser Akteure schrumpfen, z.B. in Brasilien, Indien oder auf den Philippinen. Organisationen und Einzelpersonen, die sich im Bereich HIV/Aids engagieren, werden eingeschüchtert oder sind erheblichen Repressalien ausgesetzt. Das behindert sinnvolle Präventions- und Therapieangebote für Schlüsselgruppen. Max Klein: „Hier liegt ein großes Dilemma: Medizinischer Fortschritt kann Menschen nicht umfassend erreichen, wenn der soziale Fortschritt ausbleibt.“
„HIV/Aids global“ steht hier für Sie zum freien Download bereit.


1 WHO (2018) Why the HIV epidemic is not over. www.who.int/hiv-aids/latest-news-and-events/why-the-hiv-epidemic-is-not-over [Zugriff 23.09.2019]

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Antibiotic pills cc Maksym KozlenkoSchlechte Datenlage weltweit und auch in Deutschland

Antibiotika-Resistenzen (ABR) kosten Menschenleben, führen zu langen KrankenhausAufenthalten und verursachen immense Kosten. Millionen Menschen im globalen Süden könnten dadurch künftig jedes Jahr in extreme Armut getrieben werden, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Doch bei der Kontrolle von ABR liegt noch Vieles im Argen wie Recherchen der BUKO Pharma-Kampagne zeigen.

Zur Welt-Antibiotika-Woche vom 18.-23. November mahnt die WHO mehr Engagement an im Kampf gegen die Resistenz-Problematik. Denn einige der früher am meisten gefürchteten Infektionskrankheiten werden heute weltweit wieder bedrohlich: Pneumonie, Tuberkulose, Sepsis, Gonorrhö oder Salmonellose sind aufgrund resistenter Erreger immer schwerer zu behandeln. Allein an multiresistenter Tuberkulose sterben jedes Jahr rund 230.000 Menschen.


Memento 2018Das Memento Bündnis hat ein Positionspapier zur globalen Gesundheitsstrategie der Bundesregierung veröffentlicht und fordert alternative Konzepte für die Forschung.

Die Organisationen Ärzte ohne Grenzen, BUKO Pharma-Kampagne, die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. und Brot für die Welt haben sich 2014 als Memento-Bündnis zusammengetan, um auf die unzureichende Forschung und Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika für Menschen in ärmeren Ländern aufmerksam zu machen. Im Mittelpunkt stehen die vernachlässigten tropischen Infektionskrankheiten und armutsassoziierten Krankheiten.

Das Positionspapier finden Sie hier.


DSC02512 cJetzt geht’s los! Nach erfolgreicher Premiere in Bielefeld ist unsere Straßentheatergruppe Schluck & weg ab sofort mit ihrem neuen Stück auf Tournee. Das schräge und humorvolle Märchen von Königin Diarrhöa zeigt die Folgen des Klimawandels: Extremes Wetter und zunehmende Erwärmung machen die Menschen krank – überall auf der Welt. Es ist Zeit, zu handeln! Sämtliche Auftrittsorte und –zeiten der zweiwöchigen Tournee finden Sie hier.

NEU: Der Blog zur Tournee

Außerdem gibt es diesmal auch einen Blog zur Theatertour, den die SchauspielerInnen der Theatergruppe schreiben. Sie berichten dabei selbst über ihre Eindrücke während der Tournee: https://bukopharmatheater.wordpress.com/

  

Den Trailer zur diesjährigen Tour gibt es hier zu sehen:


IMG Knigin IsabellaUnser Straßentheater Schluck & weg ist mit "Ein Königreich am Abgrund" zum Thema Klimawandel und Gesundheit auf Tour. Hier gibt es das Flugblatt mit allen Infos zur diesjährigen Tournee und ihrem Thema.

Die Termine lauten wie folgt:
- Hamm am 10.9. ab 10 Uhr im Elisabeth-Lüders Berufskolleg
- Dortmund am 11.9. ab 10.30 Uhr auf dem Platz von Netanya,
- Aachen am 12.9. ab 11 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz,
- Köln am 13.9. ab 12 Uhr auf dem Wiener Platz,
- Herborn am 14.9. ab 10.30 Uhr im Rahmen des Aktionstages zur „Information über den Zusammenhang von Klimawandel und Gesundheit“,
- Wetzlar am 15.9. ab 10 Uhr auf dem Eisenmarkt,
- Ulm am 17.9. ab 11.30 Uhr auf dem Münsterplatz,
- München am 18.9. ab 10 Uhr auf dem Odeonsplatz,
- Heidelberg am 19.9. ab 10.30 Uhr am Anatomiegarten,
- Hochheim/Main am 20.9. ab 11.30 Uhr in der Edith-Stein-Schule,
- Bad Nauheim am 21.9. ab 7.55 Uhr in der Berufsschule am Gradierwerk,
- Münster am 22.09. in der Klemensstr. 10 am Beginn der Fußgängerzone.
Alle Veranstaltungen inkl. unserer Kooperationspartner finden Sie auch auf der Facebook-Seite von Schluck & weg.

Download: Flugblatt zur Tournee 2018 [pdf/550kB]

 


globale gesundheitDie Deutsche Plattform für Globale Gesundheit hat einen Katalog von Anforderungen an die neue Globale Gesundheitsstrategie der Bundesregierung aufgestellt. Damit die Ziele auch wirklich umgesetzt werden, sollten Maßnahmen in allen Politikbereichen einem health impact assessment unterzogen werden. Die BUKO Pharma-Kampagne hat an der Erstellung des Positionspapiers mitgewirkt und wird bei der Debatte mit dem Bundesgesundheitsministerium zur Globalen Gesundheitsstrategie am 5.9.2018 mit dabei sein.

 

Download: Empfehlungen der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit für die Globale Gesundheitsstrategie der Bundesregierung [PDF/1,8MB]


Aufbruch für eine Welt im Wandel

Auma ObamaBielefeld ist auf dem Weg zur Global nachhaltigen Kommune. Richtschnur und Gradmesser sind die 17 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Diese gilt es umzusetzen - global und vor Ort. Die Bereitschaft und der Wille sind vorhanden – dafür stehen in Bielefeld viele engagierte Menschen. Was sind die zentralen Herausforderungen, welche Rahmenbedingungen sind erforderlich und welche Instrumente können wir einsetzen um den Aufbruch in eine Welt im Wandel
erfolgreich zu gestalten.

Die BUKO Pharma-Kampagne unterstützt die Veranstaltung und wird ihre Arbeit dort bei einem Markt der Möglichkeiten vorstellen.

2. Juli 2019 |WissensWerkStadt, Wilhelmstr. 3, Bielefeld

Programm
17:00 Welt-Forum: Entwicklungspolitische Gruppen und Institutionen stellen sich vor und laden ein zum Gespräch
18:00 Begrüßung Oberbürgermeister Pit Clausen; "Bielefeld auf dem Weg zur Global nachhaltigen Kommune", Anja Ritschel, erste Beigeordnete der Stadt Bielefeld; "Klimaschutz beginnt vor Ort - Energiewende in Bielefeld", Rainer Müller, Geschäftsführer Stadtwerke Bielefeld
18:30 Dr. Auma Obama, World Future Council, "Wir stellen uns den Herausforderungen – Lokales und globales Handeln für eine lebenswerte Zukunft"
19:40 Vorstellung der Veranstaltungsreihe Entwicklungspolitisches Netzwerk Bielefeld
19:50 Gespräche im Welt-Forum

Das Programm finden Sie hier auch als PDF-Datei.


IPPNW Germany, the Charité – Institute for Social Medicine, Epistemology and Health Economics, and the German Platform for Global Health invite you:
20.07.2019, 09:00 Uhr, Evangelische Schule Berlin Zentrum, Wallstrasse 32, 10179 Berlin

IPPNW KonferenzGlobal health security (GHS) has recently become a popular concept in global health. In 2014, the global health security agenda (GHSA), a collaboration between 64 governments, international organizations and non-governmental stakeholders, was launched as a concept to address infectious disease outbreaks and reduce their transnational spread. However, the fear-based focus on the prevention of and protection from infectious diseases is not representative of the global burden of disease and in many cases prevents a debate about social, economic, and political determinants of health. Moreover, the concept is often used to justify immigration policies and practices that further restrict population movement across international borders by framing the migration of people as a risk. Rather than enhancing the local health system capacities, public policies in the name of GHS tend to focus on the protection of national borders in the global north against perceived health threats from countries in the global south.

In light of the increasing importance of the GHSA, the changing architecture of global health governance in Europe due to Brexit, and the launch of Germany’s Global Health Hub, we want to open up the discussion on health security in our prevailing economic system. What are the links between health and security and how do the two interact? Why is the concept linked to neoliberalism? What does global health security mean to us? Are vaccines and outbreaks the most pressing issues that should be addressed? What other less visible health threats should be brought to the forefront? How can we move beyond a narrow understanding of global health security?

For further information and registration for the workshops please visit our website. Child care can be provided, please let us know in advance. This event will be livestreamed on the IPPNW youtube channel.
Please spread the word in your community, post on social media using the hashtags #RethinkHealthSecurity #GHS2019 and make sure to check out our conference Facebook event.
We are looking forward to receiving your registration and welcoming you in Berlin this summer. Please register until July 14th, 2019 – it is possible for you to pay upon arrival!


PhB2019 10Recherchen des britischen Bureau of Investigative Journalism zufolge belohnen zwei Pharmafirmen in Indien die Verschreibung von Antibiotika mit Geschenken. Zielgruppe der Werbemaßnahmen sind vor allem informelle ÄrztInnen ohne anerkannte medizinische Ausbildung. Diese selbsternannten Doktoren behandeln überwiegend arme PatientInnen, die keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem haben.

Außerdem im aktuellen Heft:
Verzerrte Evidenz durch Industrieeinfluss
Misshandlungen bei der Geburt
Schwachstellen bei der Arzneimittelversorgung

Download: Pharmabrief 10/2019 [pdf/500kB]


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