
Pressemitteilung: Die stille Epidemie
29. August 2025
Straßentheater schafft Aufmerksamkeit für nicht übertragbare Krankheiten im Globalen Süden
Blickt man zurück, waren es zunächst Infektionskrankheiten wie die Pest und Tuberkulose, sowie in jüngerer Vergangenheit HIV/Aids, die die Gesundheit ganzer Gesellschaften bedrohten. Seit der Industrialisierung treten allerdings nicht übertragbare Krankheiten (NCDs) immer mehr in den Vordergrund. So sterben weltweit jährlich ca. 43 Millionen Menschen an Krankheiten wie Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Krebs, Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt. Obwohl 80% der frühzeitigen Todesfälle durch NCDs in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen auftreten, werden nur ca. 2% der globalen Entwicklungsfinanzierung für Gesundheit für die Bekämpfung von NCDs aufgewendet. Das Straßentheaterensemble „Schluck & weg“ bringt die gesellschaftliche und politische Problematik in kreativer Weise auf die Bühne.
Zum thematischen Hintergrund: NCDs
NCDs stellen heute global die häufigste Todesursache dar. Ursächlich sind v.a. ungesunde Lebensbedingungen und mit ihnen einhergehende gesundheitsschädigende Verhaltensweisen. NCDs kann in vielen Fällen vorgebeugt werden – doch dafür braucht es den nötigen politischen Willen.
Nicht übertragbare Krankheiten bedrohen die globale Gesundheit und nicht zuletzt beeinträchtigen sie die soziale und ökonomische Entwicklung weltweit. Die sogenannte stille NCD-Epidemie verstärkt gesundheitliche und soziale Ungleichheiten zwischen Ländern und innerhalb von Gesellschaften, weshalb es umso wichtiger ist, sie zu bekämpfen.
Um der Problematik entgegenzuwirken, bedarf es der Umsetzung umfassender Ansätze der Gesundheitsförderung und Prävention, aber auch einer guten und bezahlbaren Gesundheitsversorgung für Menschen, die mit NCDs leben. Internationale Anstrengungen sind nötig, um die durch NCDs verursachte vorzeitige Sterblichkeit, wie in den Zielen für nachhaltige Entwicklung (genauer SDG 3.4) anvisiert, noch bis 2030 zu reduzieren. Dabei sind die Aussichten in mehrfacher Hinsicht lohnenswert: Zwischen NCD-Prävention und -Kontrolle und anderen Bereichen nachhaltiger Entwicklung können viele positive Wechselwirkungen geschaffen werden.
Theaterstück 2025
Rotkäppchens Großmutter hat Diabetes und braucht dringend Medikamente. Ohne Krankenversicherung und Geld sieht es jedoch schlecht aus. Rotkäppchen macht sich für sie auf die Suche nach einer Lösung. Unterwegs trifft sie nicht nur das vermeintlich hilfsbereite tapfere Schneiderlein, sondern auch die böse Königin und Rumpelstilzchen, die sich verbrüdern wollen. Ob es Rotkäppchen am Ende gelingt, die Medikamente von der Königin zu bekommen? Und verbrüdert sich die Pharma-Königin wirklich mit dem Rumpelstilzchen, das den Absatzmarkt für Medikamente durch mehr ungesunde Konsumprodukte vergrößern will?
Das Straßentheaterensemble „Schluck & weg“ der BUKO Pharma-Kampagne schlägt eine Brücke zwischen allgegenwärtigen Gesundheitsproblemen und den speziellen Herausforderungen von Menschen mit wenig Ressourcen und unzureichenden Rahmenbedingungen. Die Aufführung ist gespickt mit schrägen Szenen und bitterbösen Pointen, entstanden auf Grundlage einer literatur- und interviewbasierten Recherche der Pharma-Kampagne zu NCDs.
Die Aufführung regt zum Nachdenken an und ruft dazu auf, das Bewusstsein für die dringlichen Bedürfnisse vulnerabler Bevölkerungsgruppen zu schärfen. Die Bühne wird dadurch zum Spiegel der realen Herausforderungen, denen viele Menschen vor allem im Globalen Süden gegenüberstehen.
Zum Hintergrund des Straßentheaters „Schluck & weg“:
Das Straßentheater wird von ehrenamtlichen Laiendarsteller*innen getragen und ist ein Projekt der BUKO Pharma-Kampagne in Bielefeld. Gefördert wird die deutschlandweite Tournee von Engagement Global mit Mitteln des BMZ. „Schluck & weg“ existiert seit über 40 Jahren und informiert über globale Gesundheitsprobleme und ungesunde Pharmageschäfte. Das Straßentheater geht einmal im Jahr auf Tournee und besucht mit seiner rollenden Bühne öffentliche Plätze und Schulhöfe. Nach den 20-minütigen Auftritten stehen die ehrenamtlichen Akteur*innen dem Publikum Rede und Antwort. Infomaterial zum Thema ist kostenlos erhältlich.