TB in Europa: Viele Resistenzen
22. Mai 2026
Deutliches Ost-West-Gefälle bei den Erkrankungen
In der WHO-Region Europa erkrankten 2024 geschätzt 204.000 Menschen neu an Tuberkulose.1 Auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen innerhalb von zehn Jahren um 39 % zurückging und die Todesrate sich fast halbierte, starben 2024 noch 15.000 Menschen mit der Krankheit. Es gibt dabei ein starkes Ost-West-Gefälle: Auf 18 östliche der 53 Staaten der Europäischen Region entfielen 166.000 der Neuerkrankungen und 13.000 der Todesfälle.
23 % der neuen Tuberkulosefälle in der Europäischen Region sind multiresistent, im weltweiten Durchschnitt sind es 3,2 %. 51 % der bereits Behandelten sind resistent gegen das Standardmedikament Rifampicin, weltweit sind es 16 %.2
Schätzungsweise wurde jeder fünfte TB-Fall nicht erkannt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Personen angesteckt werden. Gleichzeitig lassen sich spät erkannte Erkrankungen schlechter behandeln und Resistenzen sind häufiger. Besonders große Lücken gibt es in der Versorgung von Häftlingen und bei Personen mit HIV/Aids. (JS)
- ECDC and WHO (2026) Tuberculosis surveillance and monitoring in Europe 2026 [Zugriff 4.5.2026] ↩︎
- WHO Euro (2026) Pressemitteilung 23. März [Zugriff 4.5.2026] ↩︎