Afrika: Malariaimpfstoff hilft
13. Juli 2026
Der Impfstoff RTS,S hat eine lange Vorgeschichte. Er wurde ursprünglich vom US-Militär entwickelt und später an das Pharmaunternehmen GSK verkauft. Ohne die Finanzierung durch die gemeinnützige Malaria Vaccine Initiative (MVI) wäre die Forschung wohl nicht weitergegangen.1 2011 zeigte eine Studie, dass rund ein Drittel der Malariafälle verhindert wurde, aber die Langzeitwirkung blieb unklar.2
Jetzt zeigt eine öffentlich geförderte Cluster-randomisierte Studie3 mit 1,2 Millionen Kindern, dass die Impfung tatsächlich Todesfälle verhindern kann.4 Nach vier Jahren unterschied sich die Zahl der Todesfälle aus allen Gründen (außer Unfälle) bei Kindern, die für eine Impfung in Frage kamen, in den Gebieten, wo tatsächlich geimpft wurde mit 5576 Toten, von denen wo nicht geimpft wurde (6152 Tote). Dabei hatten in den Impfgebieten nur 71,1 % der Kinder tatsächlich drei Impfungen erhalten, eine höhere Impfrate würde also bessere Ergebnisse erwarten lassen. Risikosignale aus der Zulassungsstudie bestätigten sich nicht. Trotzdem bietet die Impfung nur einen unvollkommenen Schutz, andere Maßnahmen wie Moskitonetze und weitere Forschung bleiben also wichtig. (JS)
- Pharma-Brief (2010) Impfschutz gegen Malaria? Spezial Nr. 2, S. 23 ↩︎
- Pharma-Brief (2011) Malaria-Impfung: Kleine Schritte. Nr. 9-10, S. 8 ↩︎
- Es wurden 158 Gemeinden (Cluster) in Ghana, Kenia und Malawi ausgewählt. Nach dem Zufallsprinzip erhielten die Kinder in einer Hälfte der Gemeinden die Malariaimpfung angeboten, in der anderen Hälfte nicht. ↩︎
- Mwapasa V et al. (2026) Impact of introducing RTS,S-AS01E malaria vaccine on mortality in young children. Lancet; 407, p 1796 ↩︎