Mit dem Krebsmedikament Pembrolizumab werden enorme Gewinne erzielt
13. Juli 2026
Forschungskosten spielen untergeordnete Rolle
Die Pharmaindustrie wird nicht müde, exorbitante Medikamentenpreise mit angeblich hohen Forschungskosten zu rechtfertigen. Die Schweizer NGO Public Eye hat nachgerechnet und sich dafür eines der umsatzstärksten Arzneimittel der Welt ausgesucht: In elf Jahren hat Pembrolizumab (Keytruda®) MSD einen Umsatz von 162,8 Milliarden US-Dollar beschert und lag 2025 auf Platz vier des globalen Rankings der umsatzstärksten Arzneimittel.1 Da der Wirkstoff nach und nach für über 30 Indikationen zugelassen wurde, gibt es zahlreiche Studien.
Public Eye hat akribisch nach Studien gesucht, die für den Wirkstoff durchgeführt und von MSD gesponsert wurden, 90 davon waren zulassungsrelevant.2 Nach etablierten Kostenschätzungen für Krebsstudien betrug der Aufwand 1,925 Milliarden US-Dollar, das entspricht gerade einmal 1,2 % vom Umsatz. Selbst wenn man potenzielle Fehlschläge einberechnet, kommt man maximal auf 3 % vom Umsatz. Dabei sind die Kosten großzügig berechnet, da es für Pembrolizumab teilweise beschleunigte Zulassungen gab, die geringere Anforderungen an die Studien stellen.
In der Schweiz war Pembrolizumab für die obligatorische Krankenversicherung 2024 mit Ausgaben von 183 Millionen Schweizer Franken das kostspieligste Medikament. In Deutschland gaben die Krankenkassen für das Medikament im selben Jahr 1,55 Milliarden Euro aus, damit lag Keytruda® auf Platz zwei bei den Kosten dicht hinter Eliquis® (1,57 Milliarden) .3
Dass die Preise noch lange hoch bleiben, dafür sorgt ein Dickicht von Patenten rund um Pembrolizumab. Für einige Indikationen endet der Patentschutz 2028: Die Firma hat vorgesorgt und sich eine neue Darreichungsform ausgedacht, das könnte weitere Jahre mit hohen Preisen sichern.4 (JS)
- Public Eye (2026) Eine Dosis dieses Krebsmedikaments ist teurer als eine Unze Gold. [Zugriff 26.6.2026] ↩︎
- Public Eye (2026) Keytruda R&D costs. [Zugriff 26.6.2026] ↩︎
- PharMaAnalyst (2026) Top 100 Präparate [Zugriff 26.6.2026] ↩︎
- Pharma-Brief (2025) Krebsmedikament: Wie man mit einem Trick die Preise hochhält. Nr. 10, S. 8 ↩︎