Indien geht gegen gefälschte Medikamente vor
26. Oktober 2026
QR- und Barcodes sollen Medikamente sicherer machen
Indien verschärft die Regeln für Krebsmedikamente. Bis Juli 2027 müssen alle im Land verkauften Präparate mit einem QR- oder Barcode versehen werden. Damit soll sich der Weg jeder Packung von der Herstellung bis zu den Patient*innen nachvollziehen lassen. Die Vorschrift gilt auch für importierte Medikamente.
Auslöser war unter anderem ein Fälschungsskandal um das Krebsmedikament mit dem Wirkstoff Pembrolizumab (Keytruda®). 2024 wurden in Neu-Delhi zwölf Männer festgenommen. Sie sollen leere Originalfläschchen gesammelt, mit einem Pilzmedikament befüllt und anschließend als Pembrolizumab verkauft haben. Die Fälschungen wurden auch über Indien hinaus vertrieben.1
Auch Deutschland ist von einem Fälschungsverdacht bei Pembrolizumab betroffen: Für mehrere Chargen des Krebsmedikaments, die für klinische Studien bestimmt waren, wurde kürzlich vor möglichen Fälschungen gewarnt.2
Dass sich mit gefälschten Krebsmedikamenten Geld verdienen lässt, hat auch mit deren enormen Preisen zu tun. Eine 100-mg-Dosis Pembrolizumab kostet in Indien rund 150.000 Rupien (rund 1.390 €) und ist damit für viele Familien unbezahlbar.
Die bessere Rückverfolgbarkeit ist zwar ein wichtiger Schritt, löst aber nur einen Teil des Problems, denn solange lebenswichtige Arzneimittel für viele Menschen unerschwinglich bleiben, gibt es auch einen gefährlichen Schwarzmarkt. Arzneimittelsicherheit braucht nicht nur wirksame Kontrollen, sondern auch bezahlbare Medikamente. (EF)
- ICIJ (2026) After cancer drug counterfeiting scandal, India imposes new tracing requirements. [Zugriff 5.10.2026] ↩︎
- AMK (2026) Online-Nachricht: Information der Institutionen und Behörden: PEI: Keytruda® (Pembrolizumab) 25 mg/ml: aktueller Fälschungsfall bei weiteren Chargen, sofern sie im Rahmen einer klinischen Studie verwendet werden. 2. Okt. [Zugriff 5.10.2026] ↩︎