Resistente Malariaerreger in Äthiopien
26. Oktober 2026
Mutationen bedrohen Behandlungserfolge
Nach jahrzehntelangen Erfolgen bei der Malariabekämpfung erlebte Äthiopien 2024 einen schwerwiegenden Anstieg von Malariainfektionen mit mehr als zehn Millionen Fällen. Im Jahr 2019 waren es noch weniger als eine Million.
Jetzt zeigt eine Querschnittstudie des Ethiopian Public Health Institute mit 2.204 Patient*innen innerhalb elf Regionen Äthiopiens,1 dass Mutationen im Malariaerreger Plasmodium falciparum eine Resistenz gegen Artemether-Lumefantrin aufweisen, die bevorzugte Behandlungsoption bei dieser Form von Malaria (Erstlinientherapie). Dazu kommt: Die verwendeten diagnostischen Schnelltests (RDTs) können die mutierten Parasiten nicht entdecken.
Geographisch unterscheidet sich das Vorkommen der Mutation in den Regionen des Landes. In Tigray, wo sich 2020-2022 ein Bürgerkrieg ausbreitete und es zu der Unterbrechung von Gesundheitsversorgung und Malaria-Kontroll-Aktivitäten kam, ist die Mutation in den Parasiten zu 67,1 % vertreten, 2018 waren es nur 8,4 % gewesen. Im nahegelegenen Amhara sank die Häufigkeit dagegen von 46,9 % auf 33,2 %. (AK)
- Assefa A et al. (2026) Resurgence of Malaria in Ethiopia. JAMA, 20 Aug ↩︎