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One World One Health: Antibiotika-Resistenzen als globales Gesundheitsproblem

Seit 40 Jahren engagiert sich die BUKO Pharma-Kampagne für globale Gesundheit, rationalen Arzneimittelgebrauch und einen gerechten Zugang zu Medikamenten weltweit. Diesen runden Geburtstag wollen wir mit einer zweitägigen Fachkonferenz begehen. Der Konferenztitel beschreibt unseren Leitgedanken aus vier Jahrzehnten Kampagnenarbeit. Gesundheit ganzheitlich und global zu denken ist unser Markenzeichen. Zugleich ist der One-Health-Ansatz wegweisend bei der Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen. Unsere Fachkonferenz setzt hier an.Weltkugel mit Pflaster Adobe Stock

„One World – One Health” – unter diesem Schlagwort aus vier Jahrzehnten Kampagnenarbeit laden wir zu einer zweitägigen Konferenz vom 30.4. - 1.5.2021 ein. Die Fachkonferenz gliedert sich in einen internationalen und einen nationalen Teil.


"Durch Krisen lernen – Eine Welt neu denken" - digitale Konferenz

Logo Eine Welt Netz KonferenzDas Eine Welt Netz NRW lädt zur alljährlichen Eine-Welt-Landeskonferenz am 12. und 13. März 2021 ein. Die Konferenz wird in digitaler Form über das interaktive Tool gather.town sattfinden. Verschiedenste ReferentInnen aus dem globalen Norden und Süden, aus der Politik, Wirtschaft, Kirche und Wissenschaft sind eingeladen. Darüber hinaus sind Workshops geplant, die zur Diskussion anregen sollen: Was lernen wir aus aktuellen Krisen wie der Pandemie und dem Klimawandel? Wie schaffen wir eine Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und globaler Gerechtigkeit?

Die BUKO Pharma-Kampagne ist mit dabei und wird die virtuelle Ausstellung auf dem digitalen Markt der Möglichkeiten präsentieren.

Das gesamte Programm der Landeskonferenz ist online anzusehen!

Ebenso kann sich online angemeldet werden! 

 

Bild © Eine Welt Netz NRW

 


Schwein im Stall ABR iStock

In der gestrigen Lokalzeit berichtete der WDR über einen Wursthersteller, der in Kooperation mit Landwirten auf den Einsatz von Antibiotika verzichten möchte. Diese Haltungsart der Tiere ist vergleichsweise mit viel Aufwand verbunden, es sei schwer, traditionelle Landwirte zu überzeugen. Sie sprechen von "Mogelpackungen": Was ist, wenn die Tiere krank sind? Ein Bauer rechtfertigt sich und meint, in dem Fleisch, was beim Konsumenten ankommt, sei kein Antibiotika mehr vorzufinden. Claudia Jenkes von der BUKO Pharma-Kampagne nimmt kritisch Stellung und macht auf die eigentliche Gefahr der resistenten Erreger aufmerksam. Denn letztendlich können diese resistenten Erreger beim Verbraucher landen.


Young People have Power 

Foto Erick Venant

Der junge Apotheker Erick Venant hat in Tansania die "Roll Back Antimicrobial Resistance"-Initiative gegründet, um Antibiotika-Resistenzen zu bekämpfen. Davon erzählt er in unserem Interview. Er betont die Rolle von jungen Menschen und erklärt das Problem mit Resistenzen in der Umwelt. Das Interview ist bereits im Pharma-Brief publiziert worden. Nun ist es auch in Form eines Podcasts in unserer virtuellen Ausstellung zu finden. Hören Sie doch mal rein! Scrollen Sie gespannt runter und klicken Sie auf den Play-Button! Ericks Podcast

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild Erick Venant © privat

Bild Screenshot © Hannah Eger


Die VegMed ist Europas größte Fachkonferenz zu pflanzenbasierter Ernährung in der Medizin. Sie wird von der Charité, PAN (Physicians Association for Nutrition), dem Immanuel Krankenhaus in Berlin und ProVeg veranstaltet. Zum einen werden neuste Erkenntnisse in Bezug auf evidenzbasierter Ernährung vorgestellt. Zum anderen wird ein Schwerpunkt auf dem Zusammenhang zwischen Ernährung, Pandemien und planetarischer Gesundheit liegen. 

Kalender Leo Malsam iStock Ein besonders spannender Programmpunkt und passend zu unserer Ausstellung zu Antibiotika-Resistenzen: Die Ernährung und die Entstehung resistenter und zoonotischer Erreger.

Das volle Programme und die Anmeldung sind auf der VegMed-Internetseite möglich. 

Der Kongress findet vom 28.2 bis 2.3.21 als Webkonferenz in englischer Sprache statt. Es werden Übersetzungen ins Deutsche und Live-DolmetscherInnen zur Verfügung stehen. 

Bild © Leo Malsam iStock


Gegen den Einsatz von Reserve-Antibiotika

Was passiert eigentlich, wenn Bakterien gegen herkömmliche Antibiotika Resistenzen entwickelt haben und das eingesetzte Medikament somit seine Wirkung nicht mehr erzielen kann? In der Humanmedizin kommen in solchen Notfällen sogenannte Reserve-Antibiotika zum Einsatz. Aber auch diese Wirksamkeit ist durch den Einsatz solcher Reserve-Antibiotika in der Massentierhaltung gefährdet.


Interview mit Agrarwissenschaftlerin Prof. Dr. Maria Finckh

Die gesundheitsschädliche Wirkung des Herbizids Glyphosat wurde in den vergangenen Jahren viel diskutiert. Weniger bekannt ist, dass etliche Studien den Unkrautvernichter mit der Verbreitung resistenter Bakterien in Zusammenhang bringen. Der massive und dauerhafte Gebrauch des Mittels könne u.a. Kreuzresistenzen bei wichtigen Antibiotika wie Penizillin und Ciprofloxacin hervorrufen, befürchten WissenschaftlerInnen. Agrarwissenschaftlerin Dr. Finckh gibt dazu Auskunft.

Foto Finckh C Natalia Riemer klein

Prof. Dr. Maria R. Finckh ist Agrarwissenschaftlerin und Fachgebietsleiterin Ökologischer Pflanzenschutz an der Universität Kassel. Seit Jahren forscht sie zu den Risiken des Herbizids Glyphosat für Mensch, Tier und Umwelt und hat diverse wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema publiziert. Unter anderem ist sie Mitautorin der Publikation „Environmental and health effects of the herbicide glyphosate“, die 2018 erschienen ist. Ein internationales Team von Forscherinnen und Forschern unter der Leitung der Pflanzenpathologin Ariena van Bruggen von der University of Florida hatte damals 220 Studien zu Glyphosat ausgewertet. Die Übersichtsarbeit lieferte umfassende Erkenntnisse zu den Risiken von Glyphosat. Die ForscherInnen fanden auch Indizien dafür, dass der massive Einsatz des Herbizids Antibiotika-Resistenzen befördern könnte: „Veränderungen in der mikrobiellen Zusammensetzung – hervorgerufen durch den Selektionsdruck durch Glyphosat – könnten zur Verbreitung pathogener Erreger bei Pflanzen und Tieren beigetragen haben. (...) wir stellen die Hypothese auf, dass der Selektionsdruck für Glyphosat-Resistenzen bei Bakterien die mikrobielle Zusammensetzung verändern und zu Resistenzen gegenüber klinisch wichtigen antibiotischen Wirkstoffen führen könnte.“ Weitere Forschung zur Thematik sei daher dringend geboten.[1]


ABR virt AusstellungUnsere virtuelle Ausstellung zu Antibiotikaresistenzen ist nun online. Wir haben gemeinsam mit Partnerorganisationen in Indien, Tansania, Südafrika und Deutschland die Problematik der Antibiotikaresistenzen weltweit untersucht. Die Beispiele aus den Ländern verdeutlichen, wo die Probleme liegen und was zu tun bleibt.  Kurze Videos zu den Themen Mensch, Tier und Umwelt vermitteln einen Eindruck aus den vier Ländern. Denn Antibiotikaresistenz ist ein globales Problem. Resistente Keime nehmen keine Rücksicht auf Grenzen.

Wir freuen uns über euren virtuellen Besuch und Feedback!

Die Ausstellung findet ihr hier: www.bukopharma.de/antibiotika-resistenzen-ausstellung


StrassentheaterUnser Straßentheater ist auch dieses Jahr in ganz Deutschland unterwegs. Noch bis zum 26.09. können Sie unserem Stück in 11 Städten zusehen. Thema dieses Jahr: Straßentheater warnt vor Antibiotika-Resistenzen weltweit.

Die globale Gesundheit ist schwer angeschlagen. Viren und Bakterien sitzen ihr im Nacken. Ein Lehrling, der ihr zur Seite steht, kommt da wie gerufen. Doch der Gehilfe ist ein eitler, selbstgefälliger Typ. Er überschätzt seine Fähigkeiten und setzt einen Zauber in Gang, den er schon bald nicht mehr kontrollieren kann: Fiese Bakterien werden immer stärker und entwickeln Resistenzen. Er schickt sie an entlegene Orte, doch das macht alles nur noch schlimmer. Ist der Zauber noch zu stoppen? Mit ihrem skurrilen Märchen informiert die Theatergruppe Schluck & weg über Antibiotika-Resistenzen weltweit.

Hier finden Sie das Faltblatt mit noch mehr Infos zum Stück. Außerdem führen die Schauspieler dieses Jahr auch einen Blog während der Tour.

Und hier gibt es alle Auftrittorte, -zeiten und -städte.


Ausstellung AntibiotikaresistenzenUnsere Wanderausstellung zu Antibiotikaresistenzen ist vom 14.-25. September in Steinfurt auf der Fairen Woche zu sehen. Der Besuch ist kostenfrei möglich und wir freuen uns darauf, Ihnen die Ergebnisse unserer weltweiten Kooperation & Recherche zu präsentieren. Kommen Sie vorbei!


Eine Milliarde für neue AntibiotikaBig Pharma reagiert auf die Kritik an fehlender Antibiotikaforschung und will angeblich knapp eine Milliarde für die Erforschung neuer Antibiotika zur Verfügung stellen.[i] Die Initiative wird von den Pharmaverbänden unter Teilnahme von MinisterInnen und der WHO heute (9.7.2020) vorgestellt. Die Pharma-Kampagne kritisiert, dass der Zugang zu den neuen Antibiotika, die durch diese Forschungsgelder ermöglicht werden soll, keineswegs gesichert ist. Die Rechte an den neuen Medikamenten müssten an den Patentpool der WHO gehen, nur so kann eine preiswerte Produktion gesichert werden. Wenn der Cheflobbyist des internationalen Pharmaverbands Thomas Cueni gleichzeitig fordert, dass Anreize geschaffen werden müssten, um die Forschung wieder lukrativ für die Pharmaindustrie zu machen,[i] lässt das das Schlimmste befürchten. Statt weiterer Public Private Partnerships brauchen wir gezielte staatlich finanzierte Antibiotikaforschung mit klaren Regelungen zum Preis und Vertrieb. Damit können auch Fehlanreize verhindert werden, durch Werbung mehr Verschreibungen und damit höhere Umsätze zu erzielen. Dazu äußerte sich Jörg Schaaber von der Pharma-Kampagne auch in der Tagesschau.

 [i]www.tagesschau.de/investigativ/ndr/antibiotika-initiative-101.html


Resistant pathogensNach der Veröffentlichung unseres Pharma-Brief Spezial 1/2020 zum Thema Antibiotikaresistenzen ist nun die englischsprachige Version in Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus Tansania, Südafrika, Indien und Deutschland erschienen:

Resistant bacteria are spreading worldwide. In collaboration with partners in India, Tanzania, South Africa and Germany, we have investigated the causes and consequences of this spread. This Pharma-Brief Special presents the results. It examines the risks for humans, animals and the environment. It focuses on local problems and approaches, international interactions and the responsibility of doctors, farmers and consumers.


Download: Pharma-Brief Special: Resistant pathogens [PDF/4,8MB]


Antibiotikaresistenzen nehmen durch COVID-19 zuDie COVID-19 Pandemie droht, Antibiotikaresistenzen weltweit zu fördern. Bereits vor der Krise stiegen die Resistenzraten. Doch im Zuge der Pandemie werden noch einmal mehr Antibiotika irrational eingesetzt, wie Health Policy Watch berichtet. Laut WHO benötigen nur wenige COVID-19 PatientInnen aufgrund von zusätzlichen bakteriellen Erkrankungen eine solche Therapie. Neue Antibiotika sind dringend nötig, um das globale Resistenzproblem in den Griff zu bekommen. Ansonsten droht uns allen, dass bisher behandelbare Infektionskrankheiten in Zukunft tödlich enden. Leider werden jedoch kaum neue Antibiotika entwickelt, denn sie sind nicht profitabel für die Pharmaindustrie.

Interessiert an dem Thema? Weitere Informationen zu Antibiotikaresistenzen gibt es in unserem neuen Pharma-Brief Spezial!


2020 01 Spezial ResistenzenResistente Bakterien breiten sich weltweit aus. Welche Ursachen und Folgen das hat, haben wir gemeinsam mit Partnern in Indien, Tansania, Südafrika und Deutschland untersucht. Dieser Pharma-Brief Spezial präsentiert die Ergebnisse. Er beleuchtet die Risiken für Mensch, Tier und Umwelt. Lokale Probleme und Handlungsansätze rücken dabei ebenso in den Fokus wie internationale Wechselwirkungen oder die Verantwortung von MedizinerInnen, LandwirtInnen und VerbraucherInnen.


Download: Pharma-Brief Spezial 1/2020 Resistente Erreger [PDF]
Die Broschüre kann auch für 5,- € bestellt werden. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Microphone InterviewInterview mit Amit Khurana, Indien

Wir sprachen mit Amit Khurana, er ist Direktor des Programms für Lebensmittelsicherheit und Gifte am Centre for Science and Environment (CSE). Die am Gemeinwohl orientierte Organisation in Neu Delhi betreibt selbst Forschung, mischt sich aber auch in politische Debatten ein.

Hier können Sie das Interview lesen (erschienen im Pharma-Brief 2/2020).


pexels photo 207601Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm: Die Forschungslücke bei Antibiotika bedrohe die weltweiten Anstrengungen im Kampf gegen resistente Keime. Die rund 60 Medikamente, die aktuell in klinischen Studien getestet werden,  böten kaum Vorteile gegenüber vorhandenen Therapien. Wenige seien geeignet, um damit die wichtigsten resistenten Erreger zu behandeln. Andere vielversprechende Wirkstoffe befinden sich noch in einem sehr frühen Forschungsstadium und es wird Jahre dauern, bis sie zur Verfügung stehen.

Hier weiterlesen.


PhB2019 10Recherchen des britischen Bureau of Investigative Journalism zufolge belohnen zwei Pharmafirmen in Indien die Verschreibung von Antibiotika mit Geschenken. Zielgruppe der Werbemaßnahmen sind vor allem informelle ÄrztInnen ohne anerkannte medizinische Ausbildung. Diese selbsternannten Doktoren behandeln überwiegend arme PatientInnen, die keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem haben.

Außerdem im aktuellen Heft:
Verzerrte Evidenz durch Industrieeinfluss
Misshandlungen bei der Geburt
Schwachstellen bei der Arzneimittelversorgung

Download: Pharmabrief 10/2019 [pdf/500kB]


Erick gets congratulated by Prince WilliamIn unserem Projekt zu Antibiotika-Resistenzen arbeiten wir mit Partnern auf der ganzen Welt zusammen. In Tansania gehört Erick Vevant von der RBA-Intitiative dazu. Ende November erhielt er nun den "Legacy Award" für seine Arbeit im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen. Am selben Tag empfing Prince William die PreisträgerInnen im Kensington Palast. Erick Venant sprach mit ihm kurz über Antimikrobielle Resistenzen und nahm eine Gratulation des Prinzen auf Swahili entgegen. Auch wir gratulieren herzlich zum Gewinn des Awards!


Antibiotic pills cc Maksym KozlenkoSchlechte Datenlage weltweit und auch in Deutschland

Antibiotika-Resistenzen (ABR) kosten Menschenleben, führen zu langen KrankenhausAufenthalten und verursachen immense Kosten. Millionen Menschen im globalen Süden könnten dadurch künftig jedes Jahr in extreme Armut getrieben werden, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Doch bei der Kontrolle von ABR liegt noch Vieles im Argen wie Recherchen der BUKO Pharma-Kampagne zeigen.

Zur Welt-Antibiotika-Woche vom 18.-23. November mahnt die WHO mehr Engagement an im Kampf gegen die Resistenz-Problematik. Denn einige der früher am meisten gefürchteten Infektionskrankheiten werden heute weltweit wieder bedrohlich: Pneumonie, Tuberkulose, Sepsis, Gonorrhö oder Salmonellose sind aufgrund resistenter Erreger immer schwerer zu behandeln. Allein an multiresistenter Tuberkulose sterben jedes Jahr rund 230.000 Menschen.


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