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Die WHO forderte im Oktober 2025 die Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakkonsums (FCTC) zu besonderer Wachsamkeit auf. Die Industrie versuche, die staatlichen Delegationen politisch zu beeinflussen, indem sie Personen einschleuse, die ihre Positionen vertreten. Sie gründe und finanziere Scheinorganisationen, die sich als Handels-, Wissenschafts- oder Verbraucher*innengruppen ausgeben, tatsächlich jedoch Lobbyarbeit betreiben, so die WHO. Zudem beeinflusse sie die Wissenschaft und setze Regierungen mit wirtschaftlichen Argumenten unter Druck – etwa durch irreführende Behauptungen zu Steuereinnahmen oder Arbeitsplätzen. Schließlich bemühe sich die Industrie auch um Zugang zu Konferenzen der Vertragsparteien, um dort Diskussionen gezielt zu beeinflussen.1

Zum Zeitpunkt der Warnung stand die COP11 des WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakkonsums bevor – das zentrale Treffen der Vertragsstaaten zur Tabakkontrolle.

Dass die Tabakindustrie alles daransetzt, Gewinneinbußen zu vermeiden, ist zwar bekannt. So berichteten wir etwa darüber, wie Konzerne Abkommen mit finanzschwachen Ländern schließen, um ihre Profite zu sichern.2 Aber auch Deutschland hat seine Hausaufgaben bei der Tabakkontrolle nicht erledigt.3 (EF)


  1. World Health Organization Framework Convention on Tobacco Control (2025) Tobacco industry targets WHO FCTC COP and MOP negotiations: Parties urged to stay vigilant. [Zugriff 27.2.2026] ↩︎
  2. Pharma-Brief (2025) Geheime Tabak-Deals in Laos. Nr. 7-8, S. 3 ↩︎
  3. arznei-telegramm (2025) WHO warnt vor Lobbyisten. 56; S. 89 ↩︎

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