Pandemievertrag: PABS-Entscheidung vertagt
13. Juli 2026
Seit Monaten halten die Verhandlungen zum entscheidenden Anhang des Pandemieabkommens die Weltgesundheitsorganisation in Atem. Wie das sogenannte Pathogen Access and Benefit Sharing
(PABS) konkret ausgestaltet werden soll, darüber gingen die Meinungen an neuralgischen Punkten jedoch zuletzt so weit auseinander, dass man sich zuletzt in einer Sackgasse befand (wir berichteten1). Hauptstreitpunkt war die genaue Regelung des Teilens von Erregerinformationen und damit verbundener Gegenleistungen, etwa die Bereitstellung medizinischer Güter gegen Pandemien. Ohne den PABS-Annex kann das bereits vor einem Jahr beschlossene Pandemieabkommen nicht in Kraft treten.
Die 79. Weltgesundheitsversammlung (WHA), die am 23. Mai in Genf zu Ende ging, brachte allerdings keinen Durchbruch für den Anhang. Stattdessen gab man grünes Licht dafür, die Tätigkeit der speziell mit PABS befassten Arbeitsgruppe um ein Jahr zu verlängern. Das Ergebnis soll dann der nächsten WHA 2027 vorgelegt werden oder womöglich in einer Sondersitzung noch 2026. Wie beziehungsweise ob der Prozess überhaupt zu einem Abschluss kommen wird, scheint momentan abermals fraglich. Der aktuelle Ebola-Ausbruch in Zentralafrika mit seinen komplexen Herausforderungen zeigt aber, dass der Zeitfaktor relevant ist: Katastrophale Krankheitsausbrüche warten nicht auf verschleppte Verhandlungen. (MK)
- Pharma-Brief (2026) Pandemieabkommen: Kommt der Knotenlöser? Nr. 2, S. 5
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