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Massive Folgen für die Gesundheit in Kenia

Weniger Hilfe, mehr Unsicherheit: Der Rückzug der USA aus zentralen Gesundheitsprogrammen verschärft die Lage in Kenia. Besonders für vulnerable Bevölkerungsgruppen verschlechtert sich der Zugang zu medizinischer Versorgung spürbar.

Der US-amerikanische Präsident stoppte Anfang des vergangenen Jahres die Finanzierung von USAID, PEPFAR und UNAIDS und trat aus der Weltgesundheitsorganisation aus. Die unmittelbaren Folgen: Programme werden eingestellt, Mitarbeitende entlassen (wir berichteten1). Die langfristigen Auswirkungen sind gravierend. So geraten in Kenia durch die ausbleibende Finanzierung die Lebensgrundlagen vieler Menschen zunehmend unter Druck: In Trockengebieten wurden Wassermanagement-Programme gestoppt, Viehverluste nehmen zu, Einkommen sinken. Infolge steigender Preise und wirtschaftlicher Veränderungen wächst zugleich die Unsicherheit bei der Nahrungsmittelversorgung. Besonders deutlich zeigen sich die Folgen im Gesundheitssektor.

Die medizinische Versorgung

Zwischen 2020 und 2025 erhielt Kenia von USAID insgesamt etwa 2,5 Milliarden US-Dollar an Unterstützung. Das entspricht im Schnitt rund 470 Millionen US-Dollar pro Jahr, wobei ungefähr 80 % dieser Mittel in den Gesundheitsbereich flossen.2 Durch das Wegfallen zentraler Programme gerät die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten ins Stocken und Gesundheitsdienste werden eingeschränkt. Gleichzeitig gehen zahlreiche Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich verloren, wodurch sich der Zugang zur medizinischen Versorgung – insbesondere für ländliche und einkommensschwache Bevölkerungsgruppen – weiter verschlechtert. Deutlich macht das eine Studie mit dem Fokus auf reproduktive Gesundheit.

Eingeschränkter Zugang zu Produkten

Health Action International (HAI) untersuchte gemeinsam mit der Access to Medicines Platform Kenya den Zugang zu Produkten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit in Kenia.3 Die Ergebnisse zeigen Einbrüche je nach Produktkategorie: Besonders betroffen sind Verhütungsmittel, Langzeitverhütung, Notfallverhütung sowie Medikamente rund um Schwangerschaft und Geburt.

Im Bezirk Isiolo sank die Verfügbarkeit von Kondomen für Männer und ausgewählten oralen Kontrazeptiva in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen drastisch von über 80 % im Jahr 2022 auf nur noch 38,5 % im Jahr 2025. Auch injizierbare Verhütungsmittel waren deutlich seltener verfügbar. Bei Implantaten und Spiralen zeigten sich ebenfalls deutlich spürbare Rückgänge.

Weniger Hilfe, mehr Armut und Ungleichheit

Die Entwicklungen machen deutlich, wie stark der Wegfall internationaler Finanzierung das Gesundheitswesen und darüber hinaus zentrale Lebensbereiche unter Druck setzt. Die Studie zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit zeigt, dass ohne nachhaltige Finanzierung und die Unterstützung durch Geberländer besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen den Zugang zu lebenswichtigen Gesundheitsleistungen verlieren könnten.

Der Zusammenhang ist klar: Sinkende Entwicklungshilfe und nachlassende internationale Solidarität verschärfen Armut und Ungleichheit. (EF)


  1. Pharma-Brief (2025) Trump schwächt globale Gesundheit. Nr. 2-3, S. 3 ↩︎
  2. Mersie A (2026) A year without USAID: In Kenya, the shock reaches herders and hospitals. Devex, 4 Mar [Zugriff 30.4.2026] ↩︎
  3. Lawrence A (2026) Alarming fall in access to SRH supplies in Kenya. HAI, 24 Feb [Zugriff 30.4.2026] ↩︎

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