Stethoskop Arzneimittel C Gina Sanders Fotolia cut

Die Zulassung von Arzneimitteln ist die wichtigste Schranke zum Schutz der VerbraucherInnen. Aber die gegenwärtigen Kriterien zur Freigabe für den Markt sind sehr niedrig. Es wird nur geprüft, ob das Mittel nicht zu gefährlich erscheint und ob es überhaupt eine Wirkung zeigt. Dabei muss es nicht einmal gleich gut sein wie bereits erhältliche Medikamente. Die Zulassung eines neuen Arzneimittels basiert häufig auf Verbesserungen von Laborwerten wie etwa einer Senkung des Blutzuckers oder Röntgenmessungen der Tumorgröße (sogenannte Surrogate). Daraus wird auf einen für PatientInnen relevanten Nutzen geschlossen. Doch diese Rechnung geht meist nicht auf. Noch Jahre später ist der Nutzen oft unklar – oder es stellt sich heraus, dass das neue Medikament nicht besser ist als ältere Wirkstoffe. Seit einigen Jahren gibt es den Trend, die Zulassungs-Kriterien noch weiter aufzuweichen.

Wir engagieren uns für eine Arzneimittel-Zulassung, die sich am Nutzen für VerbraucherInnen orientiert. Davon profitieren letztlich auch die PatientInnen in armen Ländern. Denn die Zulassungsbehörden armer Staaten orientieren sich häufig an den Arzneimittelstandards in Europa und den USA. Ihnen fehlen oft schlicht die Ressourcen für eine eigene wissenschaftliche Bewertung. Deshalb ist eine kritische Beobachtung der Zulassungspolitik in reichen Ländern so wichtig.

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