Kampagne

Antibiotika-Resistenzen bekämpfen

Zum Projekt und zur virtuellen Ausstellung

Covid-19

Alles zum Thema

 

Globale Folgen der  Pandemie

Zum Projekt

Großbaustelle Arzneimittelversorgung

Zum Projekt

Zugang zu Krebsmedikamenten

 

Zum Projekt

Im Fokus: Folgen der Pandemie

 

Mutter-Kind-
Gesundheit

 

zum Projekt

Tuberkulose-Kontrolle ist durch Covid-19 weiterhin stark beeinträchtigt

Pressemitteilung zum morgigen Welttuberkulosetag:

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt weiterhin die Versorgung von TB-PatientInnen weltweit. Schon 2020 wurden 1,3 Millionen weniger TB-Fälle entdeckt als im Vorjahr und die Melderate sank auf das Niveau von 2012. Nur noch 5,8 von geschätzten 10 Millionen Krankheitsfällen wurden diagnostiziert. Der Trend hält bis heute an, warnen ExpertInnen aus Peru und Südafrika.

Die Aufdeckung von Tuberkulosefällen sei in Peru deutlich zurückgegangen, beklagt Dr. Vidal, geschäftsführende Direktorin der Abteilung für TB-Prävention und Kontrolle des Gesundheitsministeriums: „Was wir beobachtet haben ist, dass die Menschen mit sehr sehr schweren Symptomen in die Gesundheitseinrichtungen kommen. Mit anderen Worten: Sie sind zu krank, um die Einrichtungen (alleine) aufzusuchen.“ Eine Ursache dafür sei, dass die PatientInnen aus Angst vor Covid zu lange zögern, bis sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Andererseits seien die Gesundheitsdienste durch Covid-19 überlastet. „Wir haben nicht mehr alle Teams, um die Wohnorte (von Risikogruppen) aufzusuchen. Es gibt also einen Rückgang bei den Präventionsmaßnahmen.“

Außerdem plane die Regierung, wegen der verringerten Anzahl an gemeldeten TB-Fällen, das Budget für die TB-Behandlung zu kürzen. Genau das bereitet zivilgesellschaftlichen Akteuren wie Melecio Mayta Cota von der peruanischen Selbsthilfe-Organisation ASPAT große Sorgen. Denn um die noch immer nicht wieder voll funktionsfähigen Gesundheitsdienste für TB-PatientInnen zu restaurieren, brauche es mehr Geld, nicht weniger. Schon vor der Pandemie seien die Betroffenen z.B. oft von Armut und Stigmatisierung betroffen gewesen, doch ihre Situation habe sich nun noch einmal deutlich verschlechtert: „Die Pandemie führte dazu, dass Menschen, die arm waren, extrem

arm wurden. Sie verloren ihre Arbeit, ihr gesamtes Einkommen und wurden praktisch mit der Krankheit und der Quarantäne allein gelassen.“ Der TB-Bekämpfung werde einfach keine Priorität eingeräumt, kritisiert Mayta Cota, obwohl an ihr so viele Menschen sterben.

Selbst in Südafrika, einem Land, das bei seinen Bemühungen zur TB-Kontrolle vorbildlich sei, zeige die Corona-Pandemie dramatische Auswirkungen, so Jennifer Furin, Fachärztin für Infektionskrankheiten und TB Beraterin bei der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Kapstadt. „Weltweit und hier in Südafrika ist die Diagnose von TB um etwa 30% zurückgegangen. Das wirft uns um 10 Jahre zurück.“ Auch Dr. Norbert Ndjeka, Direktor für TB-Kontrolle und Management im südafrikanischen Gesundheitsministerium, schätzt den derzeitigen Trend als sehr besorgniserregend ein: „Obwohl wir 2021 keine so strikten Lockdowns mehr hatten, haben wir weniger Menschen behandelt als 2020. Es geht also noch immer abwärts. Das ist das Problem.“ Eine wichtige Ursache dafür könne u.a. das verlorene Vertrauen der Menschen in Krankenhäuser und Gesundheitsdienste sein – die Verunsicherung sitze noch immer tief in den Köpfen.

Zusätzlich seien viele hochspezialisierte FachärzInnen an Covid gestorben, die treibende Kräfte bei der TB-Kontrolle gewesen waren. Auch diese Lücke werde sich nur schwer schließen lassen, erklärt MSF-Beraterin Jennifer Furin. „Wir müssen also nicht nur versuchen, das frühere Niveau wieder zu erreichen, sondern unsere Anstrengungen verdreifachen und vervierfachen, um all die verlorenen Erfolge wieder aufzuholen.“ Notwendig seien dafür viel mehr finanzielle Mittel, mehr Lobbyarbeit und vor allem mehr Innovationen bei Diagnostik und Therapie der Tuberkulose.

Mit ihrem Projekt „Globale Folgen der Pandemie“ beleuchtet die BUKO Pharma-Kampagne die Auswirkungen von Covid-19 auf die Gesundheitsversorgung im globalen Süden und auch auf das Ziel einer universellen Versorgung. In Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Peru, Südafrika und Ghana werden derzeit Interviews mit verschiedensten Stakeholdern geführt. Die Untersuchung wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen finanziert. Ergebnisse werden im Mai in einem Pharma-Brief Spezial veröffentlicht. Mehr Informationen zum Projekt.

Pressemitteilung Welttuberkulose Tag 2022 als PDF 

Röntgenbild © Flickr Creative commons - Gates Foundation World TB Day

 

Aktuelles

14.11.2022

Antibiotikaresistenzen: Wanderausstellung jetzt beim RKI

Einblick in 360-Grad Ausstellung 

Nach Abschluss unseres Projektes zu Antibiotikaresistenzen wanderte unser Weiterlesen ...

04.11.2022

Pharma-Brief 9/2022: Studientransparenz, Profitmargen und Müttersterblichkeit in Peru

Der Pharma-Brief 9/2022 widmet sich folgenden Themen:

Weiterlesen ...
03.11.2022

Studienprotokolle: fünf Jahre später

EMA rudert bei Transparenz zurück

Die Ergebnisse von klinischen Studien müssen spätestens ein Jahr nach Studienende in das öffentlich Weiterlesen ...

19.10.2022

Rome Declaration

Wo bleibt der patientenorientierte Ansatz bei Arzneimittelgesetzgebungen?

Die European Alliance for Responsible R&D and Affordable Me Weiterlesen ...

05.10.2022

Im Schatten der Pandemie

Filmmaterial aus Peru und Südafrika und Podcast-Folge über Ghana online

Wir stellten die globale Gesundheitsversorgung in Corona-Zeiten Weiterlesen ...

16.09.2022

Medikamente für Alle oder für die Reichen?

Justizministerium hört Meinungen zum Patent-Waiver für Covid-19 Produkte

Im Herbst wird die Welthandelsorganisation (WTO) über eine Au Weiterlesen ...


Termine 2022

 

Im November findet unsere Vereinssitzung statt. 

 

Ausblick

Vortragsreise: 21.-28.4.2023
Fachkonferenz Folgen der Pandemie: 28.-29.4.2023