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Die Weltgesundheitsorganisation leidet an chronischer Unterfinanzierung. Die Mitgliedsbeiträge decken nur ein Sechstel des ohnehin geringen Jahresbudgets von drei Milliarden Dollar.[1] Der Rest sind freiwillige Leistungen weniger Staaten und Stiftungen. Eine im Auftrag der Weltgesundheitsversammlung eingesetzte externe ExpertInnengruppe zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit der WHO bei internationalen Gesundheitskrisen hatte gefordert, den Anteil der Mitgliedsbeiträge auf zwei Drittel des Budgets zu steigern.

Björn Kümmel, der Deutschland in der WHO vertritt, fand schon im Dezember erfrischend klare Worte: Er bezeichnete die Finanzierungssituation als „grundsätzlich verrottet“. „Ich glaube ungefähr 18-20 Geldgeber bringen auf freiwilliger Basis 90% der Mittel für die von der WHO umgesetzten Maßnahmen auf. Wir Mitgliedsstaaten sind immer sehr stolz, dass die WHO den Mitgliedsstaaten gehört und von ihr auch gesteuert wird. Ja, das stimmt für 16% von dem was die WHO tut. Den Rest besitzen und steuern individuelle Geldgeber.“[2]

Anfang Januar wurde bekannt, dass das zuständige Gremium bei der WHO sich nicht einmal auf eine allmähliche Steigerung der regulären Beiträge auf 50% des Budgets einigen konnte. Während ein Großteil der Staaten bereit ist, mehr zu geben, blockieren Länder wie die USA, Russland, Brasilien, Japan und Polen jeden Fortschritt.[3]

Wie labil die Finanzierung ist, macht ein Fakt deutlich. Wäre der unter Präsident Trump beschlossene Austritt der USA aus der WHO in Kraft getreten, hätte die Organisation nicht nur einen wesentlichen Teil der Mittel verloren, sondern die Bill und Melinda Gates Stiftung wäre auch zum größten Geldgeber der WHO geworden. (JS)

Vorab-Veröffentlichung: Artikel aus dem Pharma-Brief 1/2022, S.3
Bild WHO Gebäude in Genf © Guilhem Vellut

[1] Zum Vergleich: Die Bilanzsumme der Charité Universitätsmedizin in Berlin betrug 2020 2,1 Milliarden € www.charite.de/fileadmin/user_upload/portal_relaunch/Mediathek/publikationen/jahresberichte/JB-Charite-2020_WEB.pdf   

[2] Fletcher ER (2021) WHO’s Finance Structure is ‘Fundamentally Rotten’. Health Policy Watch. 9 Dec https://healthpolicy-watch.news/financing-of-who-is-fundamentally-rotten-reforms-on-table-next-week-would-restore-key-budgetresponsibility-to-member-states

[3] Fletcher ER (2022) WHO Member States Fail To Agree On Raising Assessed Contributions. Health Policy Watch. 5 Jan https://healthpolicy-watch.news/who-member-states-fail-to-reach-agreement-on-key-element-in-who-finance-reform

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03.06.2022

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01.06.2022

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Welttuberkulosetag 2022

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Pressemitteilung zum morgigen Welttuberkulosetag:

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Termine 2022

 

Seminarreihe Großbaustelle Arzneimittelversorgung:
15. September: UHC und Access Probleme bei Arzneimitteln am Beispiel von Covid-19
16. September: Rationale Versorgung und Regulierung
22. September: Produktion und Patentierung von Arzneimitteln 
23. September: Bedarfsgerechte Forschung, klinische Studien und Zulassung
06. Oktober: Transparenz und Zugang zu Information

 

11.-21. September.: Straßentheatertournee in NRW