Kampagne

Antibiotika-Resistenzen bekämpfen

Zum Projekt und zur virtuellen Ausstellung

Covid-19

Alles zum Thema

 

Globale Folgen der  Pandemie

Zum Projekt

Großbaustelle Arzneimittelversorgung

Zum Projekt

Zugang zu Krebsmedikamenten

 

Zum Projekt

Im Fokus: Folgen der Pandemie

 

Mutter-Kind-
Gesundheit

 

zum Projekt

Greenpeace findet Resistenzen gegen Reserveantibiotikum Colistin

Über das Abwasser aus deutschen Schlachthöfen gelangen resistente Keime in die Umwelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Anfang des Jahres nahm Greenpeace 44 Abwasserproben aus vier Schlachtbetrieben in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In 35 Proben konnten MikrobiologInnen der Universität Greifswald resistente Bakterien nachweisen.[1] In acht Proben wurden sogar Resistenzen gegen Colistin gefunden. Dieses Reserveantibiotikum wird in der Humanmedizin dringend benötigt, weil andere Antibiotika häufig nicht mehr anschlagen. [2] Die massenhafte Anwendung des Wirkstoffs in der industriellen Tierhaltung ist daher besonders problematisch.

Alle untersuchten Schlachthöfe leiten ihr Abwasser direkt in umliegende Gewässer. Das fördert die Verbreitung von Resistenzen in der Umwelt und gefährdet letztlich auch die Wirkung lebenswichtiger Antibiotika in der Humanmedizin. „Schlachthöfe tragen dazu bei, dass Infektionskrankheiten immer schwerer zu behandeln sind“, resümiert Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff.

Reserveantibiotika nicht in den Tierstall

Schon im November 2021 forderten wir gemeinsam mit Germanwatch und Greenpeace, den Einsatz von Reserveantibiotika wie Colistin in der industriellen Tierhaltung zu verbieten.[3] Doch die Chancen dafür stehen schlecht. Gerade erst hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eine Liste mit Antibiotika veröffentlicht, die der Humanmedizin vorbehalten sein sollen. Colistin und andere wichtige Reserveantibiotika, die in der Veterinärmedizin verwendet werden, sind dort nicht aufgeführt.[4] Mehrere Umweltverbände haben das deutsche Landwirtschaftsministerium (BMEL) aufgefordert, sich auf EU-Ebene für einen strengere Regulierung einzusetzen und auch hierzulande die Weichen für einen verantwortungsvolleren Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zu stellen. Dafür müssten aber „deutlich weniger Tiere deutlich besser gehalten werden.“[1]  (CK)

 Artikel aus dem Pharma-Brief 3/2022, S. 1
Bild © Lars Berg / Greenpeace

[1] Huxdorff C und Kloeckner N (2022) Greenpeace-Recherche: Schlachthöfe verbreiten weiterhin Abwasser mit antibiotikaresistenten Keimen. Greenpeace, 29. März

[2] Baars C und Lambrecht O (2022) Gefährliche Keime in Schlachtabwässern. Tagesschau, 29. März www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/schlachtbetriebe-abwasser-keime-101.html Zugriff [4.4.2022]

[3] Pharma-Brief (2021) Appell zum Welt-Antibiotika-Tag. Nr. 8-9, S. 7

[4] EMA (2022) Advice on the designation of antimicrobials or groups of antimicrobials reserved for treatment of certain infections in humans - in relation to implementing measures under Article 37(5) of Regulation (EU) 2019/6 on veterinary medicinal products.

Aktuelles

16.09.2022

Medikamente für Alle oder für die Reichen?

Justizministerium hört Meinungen zum Patent-Waiver für Covid-19 Produkte

Im Herbst wird die Welthandelsorganisation (WTO) über eine Au Weiterlesen ...

16.09.2022

Pharma-Brief 7-8/2022: Patent-Waiver, Kontrollen und Memento-Preis 2022

Der Pharma-Brief 7-8/2022 widmet sich folgenden Themen:

Weiterlesen ...
14.09.2022

Schluck&weg Tournee 2022

Klappe - die Erste!

Seit Montag ist die Theatergruppe in NRW auf Tournee. Die ersten beiden Auftrittsorte in Weiterlesen ...

09.09.2022

Schluck & weg ist wieder on tour

Dieses Jahr in NRW unterwegs zum Thema: Globale Folgen der Pandemie

In den letzten Tagen wurde sich intensiv mit der Thematik auseinander Weiterlesen ...

06.09.2022

Einladung zur Memento-Preisverleihung 2022

Sehr geehrte Interessierte,

wir freuen uns, Sie hiermit zur feierlichen Verleihung des Memento Preises für vernachlässigte Krankheiten am Weiterlesen ...

15.08.2022

Erster Pharma-Brief Spezial in 2022

Mit dem letzten Pharma-Brief (Ausgabe 5-6) ist au Weiterlesen ...


Termine 2022

 

Seminarreihe Großbaustelle Arzneimittelversorgung:
15. September: UHC und Access Probleme bei Arzneimitteln am Beispiel von Covid-19
16. September: Rationale Versorgung und Regulierung
22. September: Produktion und Patentierung von Arzneimitteln 
23. September: Bedarfsgerechte Forschung, klinische Studien und Zulassung
06. Oktober: Transparenz und Zugang zu Information

 

20. Oktober: Memento Preisverleihung 2022 in Berlin