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IMG Knigin IsabellaUnser Straßentheater Schluck & weg ist mit "Ein Königreich am Abgrund" zum Thema Klimawandel und Gesundheit auf Tour. Hier gibt es das Flugblatt mit allen Infos zur diesjährigen Tournee und ihrem Thema.

Die Termine lauten wie folgt:
- Hamm am 10.9. ab 10 Uhr im Elisabeth-Lüders Berufskolleg
- Dortmund am 11.9. ab 10.30 Uhr auf dem Platz von Netanya,
- Aachen am 12.9. ab 11 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz,
- Köln am 13.9. ab 12 Uhr auf dem Wiener Platz,
- Herborn am 14.9. ab 10.30 Uhr im Rahmen des Aktionstages zur „Information über den Zusammenhang von Klimawandel und Gesundheit“,
- Wetzlar am 15.9. ab 10 Uhr auf dem Eisenmarkt,
- Ulm am 17.9. ab 11.30 Uhr auf dem Münsterplatz,
- München am 18.9. ab 10 Uhr auf dem Odeonsplatz,
- Heidelberg am 19.9. ab 10.30 Uhr am Anatomiegarten,
- Hochheim/Main am 20.9. ab 11.30 Uhr in der Edith-Stein-Schule,
- Bad Nauheim am 21.9. ab 7.55 Uhr in der Berufsschule am Gradierwerk,
- Münster am 22.09. in der Klemensstr. 10 am Beginn der Fußgängerzone.
Alle Veranstaltungen inkl. unserer Kooperationspartner finden Sie auch auf der Facebook-Seite von Schluck & weg.

Download: Flugblatt zur Tournee 2018 [pdf/550kB]

 


globale gesundheitDie Deutsche Plattform für Globale Gesundheit hat einen Katalog von Anforderungen an die neue Globale Gesundheitsstrategie der Bundesregierung aufgestellt. Damit die Ziele auch wirklich umgesetzt werden, sollten Maßnahmen in allen Politikbereichen einem health impact assessment unterzogen werden. Die BUKO Pharma-Kampagne hat an der Erstellung des Positionspapiers mitgewirkt und wird bei der Debatte mit dem Bundesgesundheitsministerium zur Globalen Gesundheitsstrategie am 5.9.2018 mit dabei sein.

 

Download: Empfehlungen der Deutschen Plattform für Globale Gesundheit für die Globale Gesundheitsstrategie der Bundesregierung [PDF/1,8MB]


pexels photo 164652(8.8.2018) Die US-FDA lädt regelmäßig ExpertInnen ein, die ihre Ansichten über anstehende Zulassungen äußern. Das US-Magazin Science deckte auf, dass es ein System der nachträglichen Belohnung gibt. Nicht nur ExpertInnen profitieren davon, ebenso MitarbeiterInnen der FDA.

Auch wenn das Votum des Advisory Committee für die Behörde nicht bindend ist, folgt sie meist der Ansicht der Fachleute. Wer an einem solchen Treffen der FDA teilnimmt, muss eine Erklärung zu Interessenkonflikten ausfüllen. Wenn die FDA sie als relevant ansieht, werden sie bekanntgegeben. Ist jedoch noch kein Geld geflossen, kann auch nichts offengelegt werden. Doch auffällig häufig erhalten ExpertInnen aus Advisory Committees später erhebliche Summen von Pharmafirmen. Science wertete über 20 Advisory Committees der FDA aus. Insgesamt hatten dabei 107 ÄrztInnen abgestimmt, die keine Interessenkonflikte angegeben hatten. 66 erhielten später Pharmagelder, 40 davon über 10.000 US$, sieben sogar mehr als eine Million US$.
Auch die MitarbeiterInnen der FDA, die die Zulassungsanträge inhaltlich bearbeiten, sogenannte Reviewers, laufen Gefahr, bei ihrer Arbeit künftige Jobs im Auge zu haben. Die Redakteure von Science deckten auf, dass von 16 Reviewers, die die FDA verließen, 11 entweder direkt bei einer Pharmafirma anfingen oder als Berater für die Industrie tätig wurden.4 Leitende MitarbeiterInnen der Behörde dürfen nach dem Wechsel in die Industrie ein bis zwei Jahre die Firma nicht bei der FDA vertreten. Das gilt aber nicht für gewöhnliche Reviewer.

2009 gab es gleich zwei FDA Advisory Committees zu Quetiapin (Seroquel® von AstraZeneca). Dabei ging es um die Frage, ob Quetiapin künftig auch gegen Schizophrenie und bipolare Störungen eingesetzt werden dürfe. Bereits damals war bekannt, dass der Wirkstoff, wenn er mit anderen Medikamenten kombiniert wird, plötzlichen Herzstillstand auslösen kann. Trotzdem stimmten die beratenden ÄrztInnen mit großer Mehrheit beiden Zulassungserweiterungen zu.
Auch ein FDA-Mitarbeiter fiel bei einem der Meetings zu Quetiapin 2009 auf: Thomas Laughren, damals Direktor der Abteilung Psychopharmaka bei der FDA, kanzelte den Wissenschaftler Wayne Ray, der seine Untersuchung zum plötzlichen Herzstillstand vorgestellt hatte, regelrecht ab. Laughren hielt dagegen die Auswertung der Studien von AstraZeneca für glaubwürdig, in denen kein Risiko erkennbar war. Kurz nach den Anhörungen verließ Laughren die FDA und gründete eine Beratungsfirma, die auch AstraZeneca bei Zulassungen half.
Karen Birmingham, Pressesprecherin von AstraZeneca, sieht die Rolle von ehemaligen Behördenmitarbeitern dennoch positiv. Sie „bringen die Perspektive von erfahrenen Regulierern ein“ und würden damit den heutigen MitarbeiterInnen der Zulassungsbehörde helfen, „herausfordernde Entscheidungen über die Zulassung innovativer Arzneimittel, die Behandlungslücken schließen, zu treffen.“ Vinay Prasad, der die erste Untersuchung zum Drehtüreffekt bei der FDA durchgeführt hat, sieht das etwas anders. Schwache Regeln zu Interessenkonflikten bei der FDA und künftige Beschäftigungsaussichten, brächten die Bewertungen der Behörde in eine Schieflage.

Quellen:
http://www.sciencemag.org/news/2018/07/hidden-conflicts-pharma-payments-fda-advisers-after-drug-approvals-spark-ethical
http://www.sciencemag.org/news/2018/07/fda-s-revolving-door-companies-often-hire-agency-staffers-who-managed-their-successful


Binguel BRiskante Manoever Cover(3.5.2018) Ein Pharmakonzern hat ein Problem. Sein neues Schmerzmittel für Kinder scheint schwere unerwünschte Wirkungen zu haben. Der PR-Agent Mats Holm wird engagiert, um den Schaden für die Firma zu begrenzen.

So steigt der WDR-Journalist Birand Bingül in seinen Erstlingskrimi „Riskante Manöver“ ein. Daraus entwickelt sich eine Geschichte, die zu jedem Krimi gehört: Verwicklungen, falsche Fährten, und etwas gewalttätig geht es natürlich auch zu.

Der Autor schafft es, mit seiner fiktiven Handlung einen glaubwürdigen Einblick in das Denken und Handeln der Pharmabosse zu geben. Ganz nebenbei bekommen die LeserInnen auch noch etliche Fakten und Zusammenhänge über die dunklen Seiten der Branche serviert, die – leider – den Tatsachen entsprechen. Auch wenn der Autor zu Recht betont, „alle in diesem Roman geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden“, so ähnlich könnte eine Krise in der Pharma-Industrie ablaufen. Vermutlich etwas unblutiger, aber die Abwehrstrategien sind aus real existierenden Fällen durchaus bekannt. Schließlich hat der Autor bei seinen Recherchen für den Roman auch mit der BUKO Pharma-Kampagne und anderen Kennern der Szene gesprochen. 

Bingül B (2018) Riskante Manöver. Ein Fall für Mats Holm. München: btb. 446 S., 10 €


CC.GPSLeo Ende Gelnder November 2017 Police in front of a digger(7.4.2018) Es ist an der Zeit, Gesundheit klar vor Profitinteressen zu stellen! Wir lehnen eine Wirtschaft und Politik ab, die Krankheit verursacht und billigend in Kauf nimmt.
Zum Weltgesundheitstag appelliert die Pharma-Kampagne darum an die Bundesregierung, alles Notwendige für einen schnellen und sozialverträglichen Kohleausstieg zu tun. Denn die Gesundheit der BürgerInnen muss oberste Priorität haben - und auch der globalen Verantwortung sollte Deutschland Rechnung tragen.

Die Pharma-Kampagne unterstützt mit ihrer Forderung die Ziele der AG Klimawandel und Gesundheit/Kritische MedizinerInnen Deutschland und auch der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit. Dieses neue Bündnis von Organisationen und Einzelpersonen aus dem Gesundheitsbereich will Klimawandel als wichtiges Gesundheitsthema etablieren und politische und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen.

Foto: Ende Gelände


GriechischeFlagge Wladyslaw Sojka cc(5.3.2018) Der Schweizer Pharmakonzern Novartis soll griechische ÄrztInnen, BeamtInnen und SpitzenpolitikerInnen über Jahre hinweg bestochen haben, um sich eine führende Position auf dem griechischen Arzneimittelmarkt aufzubauen und sich hohe Arzneimittelpreise zu sichern. Premierminister Alexis Tsipras forderte Schadenersatz in Milliardenhöhe und sagte: „Die Regierung wird ihre Forderung nach den Geldern nicht aufgeben, die Novartis dem griechischen Volk geraubt hat. Das griechische Parlament hat jetzt eine Untersuchung eingeleitet. Von 2006 bis 2015 sollen die Taktiken des Pharmakonzerns in der öffentlichen Gesundheitsversorgung über 4 Milliarden Euro zusätzliche Kosten verursacht haben. Mindestens zehn politische EntscheidungsträgerInnen sollen Schmiergelder angenommen haben, damit Novartis überteuerte Preise für seine Produkte fordern konnte, obwohl günstige Generika zur Verfügung standen.

Foto: Wladyslaw Sojka, cc


Cover PBS 2017 2

(22.11.2017) Vor 40 Jahren veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die erste Modellliste unentbehrlicher Arzneimittel. Ärmere Länder hatten die Unterstützung der WHO bei der Auswahl sinnvoller Präparate schon länger gefordert und teils schon selbst nationale Listen eingeführt. Die WHO-Liste löste bei Big Pharma einen Sturm der Empörung aus, seien doch alle Medikamente gleichermaßen für die Behandlung geeignet.

 

Download: Pharma-Brief Spezial 2/2017 Weniger Medikamente - bessere Behandlung [PDF]


(24.8.2017) Seit mehr als 30 Jahren sind kaum neue antibiotische Wirkstoffe entwickelt worden. Die Pharmaindustrie zeigt wenig Interesse an der Antibiotika-Forschung. Diese ist nicht lukrativ, denn neue Antibiotika sollen nur so selten wie möglich verordnet werden. Ein globaler Forschungsfonds kann Abhilfe schaffen.

Er sorgt dafür, dass erfolgversprechende Forschungsprojekte gezielt unterstützt werden und neue Antibiotika ohne Patente und somit kostengünstig hergestellt werden können. Mehr dazu

Zum Erklärvideo: "Antibiotika-Forschung ankurbeln"